So dick waren wir noch nie! Jeder zweite Deutsche hat laut Statistischem Bundesamt Übergewicht. Big Business für die „Fett-weg“-Industrie: Über 10.000 Abnehmbücher tummeln sich allein auf dem deutschen Markt. Und wirklich jede Frauenzeitschrift erfindet zu Beginn des Jahres eine neuartige Diät, die JETZT die Lösung bringen soll im Kampf gegen die lästigen Pfunde. Trotzdem werden die Deutschen immer dicker!? Sicher liegt es nicht an mangelnder Disziplin aller Übergewichtigen, dass nachhaltiges Abnehmen schier unmöglich erscheint.

Warum Diäten für die Katz sind und wie Dein Gehirn Dein Wunschgewicht blockiert, erfährst Du im heutigen Blogpost – Teil 1 meiner Miniserie zum Thema Abnehmen.

Viel Freude beim Lesen und viele hilfreiche Erkenntnisse wünscht Dir

Deine Dr. Friederike Feil


Diäten: die sinnloseste Erfindung des Jahrhunderts

Dieser Mythos hält sich hartnäckig: Übergewicht entsteht durch ein Zuviel an Kalorien und Bewegungsmangel. Deshalb stehen Diäten, die auf eine drastische Einsparung der Kalorien (z.B. FDH-Diät) und viel Ausdauersport setzen, noch immer hoch im Kurs. Wochenlanges Hungern ist vorprogrammiert, das mit fiesen Heißhungerattacken und einem massiven Jo-Jo-Effekt jäh endet.

Ab sofort ist Schluss mit Hungern. Sag den Diäten Lebewohl!

Diäten, bei denen Kalorien oder auch Fett und Kohlenhydrate drastisch gesenkt werden funktionieren deshalb nicht, weil sie das Naturgesetz der Energieversorgung des Gehirns missachten. Daher ziehe ich an dieser Stelle meinen wichtigsten Tipp für heute vor: Ab sofort ist Schluss mit Hungern. Sag den Diäten Lebewohl!

 

Übergewicht: Dein egoistisches Gehirn ist Schuld!

Dein Gehirn sorgt stets dafür, dass all Deine Zellen gut mit Nährstoffen versorgt sind. Das tut es allerdings nur, wenn ihm selbst ausreichend Energie zur Verfügung steht. Die Forschungsgruppe um Prof. Dr. Adams beschäftigte sich jahrelang mit der Theorie des egoistischen Gehirns (the selfish brain theory). Sie kam zu dem Fazit, dass das Gehirn immer danach strebt, ausreichend mit Energie versorgt zu sein – koste es, was es wolle. Dein Gehirn ist also ein Egoist, wenn es um seine eigene Energieversorgung geht. Ganz nach dem Motto „brain’s first, organs second“ versorgt es sich erst selbst mit Energie, bevor es sich der Energieverteilung auf die anderen Organe zuwendet. Nur so kann es nämlich gewährleisten, dass es all Deine anderen Organen auch mit Nährstoffen versorgen kann.

Studie: Dein egoistisches Gehirn lässt kompromisslos alle anderen Organe aushungern

Bei einer lang angelegten (unethischen) Studie, dem „Minnesota-Hungerprojekt“, stellte man fest, dass nach jahrelangem Hunger alle Organe eines Körpers verkleinert waren. Nur das Gehirn schaffte es, trotz reduzierter Nahrungszufuhr nicht sichtbar in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Alle Organe schrumpften – nur das Gehirn nicht. Es sicherte sich auf Kosten der anderen Organe seine Nährstoffversorgung.

Willst Du also, dass es Deinen Organen gut geht, brauchst Du zuallererst ein gut versorgtes Gehirn.

Der Brain-Pull: die Energiepipeline Deines Gehirns

Um an Energie zu kommen, aktiviert Dein Gehirn den sogenannten „Brain-Pull“: Durch die Ausschüttung von Stresshormonen (Adrenalin, Cortisol) teilt Dein Gehirn Deinem Körper seinen Bedarf an Energie mit. Eigentlich ein ausgeklügeltes System – das leider durch emotionale Unausgeglichenheit bzw. chronischen Stress bei den meisten Menschen nicht mehr fachgerecht funktioniert. Die Stresshormone werden zwar ausgeschüttet, aber die Zellen reagieren nicht mehr auf die Hormone. Sie haben auf stumm geschaltet. Dadurch ist Dein Gehirn erstmal mit Energie unterversorgt.

Ist Dein Brain-Pull geschwächt, muss Dein Körper die Energieversorgung des Gehirns also auf anderen Wegen sicherstellen. Gleichzeitig benötigt Dein Körper eine Lösung, um sich gegen das erhöhte Cortisollevel zu schützen, das durch den schwächelnden Brain-Pull hervorgerufen wird. Wie macht er das?

Übergewicht: die Notlösung Deines Körpers zum Schutz vor chronisch erhöhtem Cortisol

Chronisch erhöhtes Cortisol ist die Massenvernichtungswaffe Deiner Zellen. Ist Dein Cortisol nämlich chronisch erhöht, gelangen weniger Nährstoffe und kaum noch Sauerstoff zu Deinen Zellen. Deine Zellen (und damit Deine Organe) verhungern quasi aufgrund des Nährstoffmangels. Die Forschungsgruppe um Prof. Adams stellte fest, dass die Stressantwort (also die Reaktion des Körpers auf Stress) bei übergewichtigen Menschen deutlich geringer ausfällt als bei Normalgewichtigen. Um die Zellen vor chronisch erhöhtem Cortisol zu schützen, baut Dein Körper also Extrapfunde auf – und reduziert so die verhängnisvolle Stressantwort.

Übergewicht ist die Antwort Deines Körpers auf chronischen Stress.

 

Übergewicht ist also nichts anderes als eine Notlösung Deines Körpers zum Schutz vor chronischem Stress; ein Schutz Deines Wunderkörpers, damit Du (= Deine Zellen) keine Schäden davon trägst. Du könntest für jedes Extrapfund also tief dankbar sein, oder!?

 

 

Der Stressbauch: der Notfallplan Deines Gehirns, um nicht zu verhungern

Dein Körper ist schlau. Dein Gehirn legt sich ein Energie-Sparkonto an, damit es niemals in Energienot gerät: in Form eines Stress-Bauchs. So ist eine Dauerversorgung Deines Gehirns mit Energie gewährleistet. Überschüssiges Fett um den Bauch herum ist also die Meisterleistung Deines Gehirns, um einer Mangelversorgung vorzubeugen. Aber keine Sorge: Dein überschüssiges Bauchfett wird sofort abgebaut, sobald Deine emotionale Balance im Gehirn wieder hergestellt ist.

Übergewicht mit diesen fünf Schritten verhindern

Die Antwort ist also ganz einfach: Du musst Dich entspannen. Jaja, ich weiß: das sagt sich alles so leicht, ist aber für viele ebenso herausfordernd wie die Aufgabe, den Mount Everest zu erklimmen. Zudem bewirken Sätze wie „Entspann Dich mal“ oder „Du musst einfach mal wieder abschalten“ das Gegenteil von Entspannung. Stressabbau ist ein Prozess, der auf mehreren Ebenen angegangen werden muss, um nachhaltig zu wirken. Von mir bekommst Du schon mal fünf Schritte an die Hand, mit denen Du Deinen Brain-Pull stärkst und Übergewicht verhinderst.

Übergewicht mithilfe des Gehirns mindern1. Löse Traumata auf

Reflektiere darüber, was Dich noch aus der Vergangenheit abhält, Dein ideales Leben zu leben. Was hat tiefe Wunden bei Dir hinterlassen? Wurdest Du in Deiner Kindheit oder auch im Erwachsenenleben viel verletzt? Wie ist die Beziehung zu Deinen Eltern?

2. Suche Dir einen Job der Dich herausfordert, aber nicht überfordert

Reflektiere darüber, ob Dein aktueller Job Dich über- oder sogar unterfordert. Beides sind Hauptgründe für einen geschwächten Brain-Pull – denn Dein Wesen ist stets bestrebt, über sich hinauszuwachsen. Ist dies durch Über- oder Unterforderung nicht möglich, erhöht sich in Deinem Körper das Stresslevel (auch unterbewusst).

3. Hör auf zu grübeln

Das Gefühl, Opfer seines Lebens zu sein oder einfach wenig ausrichten zu können, schwächt Deinen Brain-Pull enorm: Stress macht sich breit. Übernimm Verantwortung für Dein Leben und ändere das, was Du ändern kannst. Und zwar nur das. Du kannst nicht die gesamte Welt retten, sehr wohl aber Dich selbst. Deine Wohnung ist im Chaos? Miste radikal aus! Deine Gedanken drehen sich um die Probleme dieser Welt? Schalte die Nachrichten aus und lies ein inspirierendes Buch! Tu Dir selbst jeden Tag etwas Gutes und sei es noch so klein. Du wirst sehen: Dein Dauerstress wird Lebewohl sagen. Und wer weiß!? Mit Deiner Veränderung inspirierst Du vielleicht sogar Dein Umfeld … 🤗

4. Beende Deinen chronischen Kaffeekonsum

Kaffee erhöht die Ausschüttung von Stresshormonen. Trinkst Du zu viel, kommt Dein Gehirn aus der Balance. Der Brain-Pull wird geschwächt. Mehr dazu erfährst Du in meinem Blogpost zum Thema: „Kaffee: verhindert er Deinen Abnehmerfolg?”

5. Kümmere Dich um Dein Lieblingsorgan, den Darm

Der Darm ist der Sitz Deiner Gefühle und Emotionen. Er produziert Botenstoffe, die die gesamte Zeit mit Deinem Gehirn kommunizieren. Die Gleichung ist einfach: Kein ausgeglichenes Gehirn ohne einen ausgeglichenen Darm. Kein starker Brain-Pull ohne einen starken Darm. Mehr zum Thema Darm und emotionales Gleichgewicht findest Du in meinem Beitrag „Der Darm ist unser zweites Gehirn“.

Jojo-Effekt ade:


Du willst endlich Pfunde purzeln sehen – und das nachhaltig!? Du hast keine Lust mehr auf falsche Versprechungen und fiese Jojo-Effekte? Du willst Dich glücklich und schlank essen und wirklich NIE WIEDER eine Diät machen? Dann mach mit: beim 12-wöchigen Abnehmcoaching mit Dr. Friederike Feil. Ich nehme Dich an die Hand und zeige Dir, wie Abnehmen wirklich funktioniert – und zwar nachhaltig! Dich erwarten 12 Module mit 12 verschiedenen Themen, je Modul eine 20-minütige Videolektion mit mir sowie tolle Begleitunterlagen zum Download. Die wöchentliche Aufgaben zur sofortigen Umsetzung führen Dich Stück für Stück zum Abnehmerfolg. Und zwar garantiert ohne zu hungern, versprochen! Geführte Meditationen und spannende Insider-Interviews mit Experten aus Wissenschaft und Praxis machen die 12 Wochen zu einem spannenden Erlebnis, das seinesgleichen sucht. Melde Dich jetzt noch an! 

Jetzt anmelden und durchstarten!

 

Das sagen andere Kurteilnehmer:

Sigrid Gruetzner

Sigrid Grützner, Herbst-Kur 2019

 

In der Vergangenheit habe ich zahlreiche Diäten durchgeführt, ohne nachhaltig mein Essverhalten zu verändern. Als Folge habe ich verlorenes Gewicht nach kurzer Zeit wieder zugenommen. Durch die Dr. Friederike Feil Darmkur habe ich mein Essverhalten verändert. Ich ernähre mich bewusster und kann langfristig ein geringeres Gewicht halten. Die Ernährungsumstellung – mehr Gemüse – gibt mir mehr Energie im Alltag und Beruf.

 

 

 

Literaturverzeichnis

Peters, Achim (2013): Mythos Übergewicht: Warum dicke Menschen länger leben. Was das Gewicht mit Stress zu tun hat – überraschende Erkenntnisse der Hirnforschung. Peters, Achim (2012): Das egoistische Gehirn. Peters, A., Kubera, B.,Hubold, C., Langemann, D. (2011) The Selfish Brain: Stress and Eating Behavior DO – 10.3389/fnins.2011.00074. Frontiers in neuroscience. Gathercole, L. L., Morgan, S. A., Bujalska, I. J., Hauton, D., Stewart, P. M., & Tomlinson, J. W. (2011). Regulation of lipogenesis by glucocorticoids and insulin in human adipose tissue. PLoS One, 6(10), e26223. doi:10.1371/journal.pone.0026223 Horn, F. (2015). Biochemie des Menschen. Das Lehrbuch für das Medizinstudium.

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